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Freitag, 7. April 2017
Brutvogelatlas: Start der Frequenzerhebungen 2017

Am kommenden Wochenende startet schon die Zeitperiode für die Frequenzerhebungen. Heuer bietet sich deshalb besonders die Karwoche für die ersten Kartierungen an. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt!

Hier nochmals die genauen Zeitfenster

  • niedere und mittlere Lagen zwischen 8. April und 11. Juni
  • über der Baumgrenze bis 9. Juli

März-Tageslisten als Vergleich

Vielen Dank an all jene, die unserem letzten Aufruf folgend jahreszeitlich frühere Erhebungen in den Frequenzerhebungssextanten durchgeführt haben! Bitte geben Sie diese als Tageslisten auf ornitho.at ein.

Zusätzlicher Ansporn

Ebenso danken wir allen, die sich heuer bereits neu für die Bearbeitung oder Teilbearbeitung von Quadranten gemeldet haben! Für die 100 fleißigsten Frequenzerhebungs-KartiererInnen gibt es auch in diesem Jahr wieder ein kleines Dankeschön von unserem Projektpartner, den Österreichischen Bundesforsten. Diesmal wird es das Waldbier sein, das jedes Jahr mit einer besonderen Geschmacksnote – einer Wald-Zutat wie z. B. Fichtenharz oder Wacholderzweige – eigens für die Bundesforste gebraut wird. Berücksichtigt werden alle jene Personen, die ihre Frequenzerhebungs-Daten bis spätestens 30. September 2017 auf ornitho.at eingegeben haben.

Immer mehr Lücken schließen sich!

Bei den schwierig zu erfassenden Eulen sind heuer bereits erfreulich viele neue Atlasmeldungen dazu gekommen – vielen Dank dafür! Besonders für den Raufußkauz dürfte heuer ein gutes Jahr sein. Die Osterfeiertage fallen noch in die Zeit der Balz – nutzen Sie diese zum Vervollständigen der Verbreitungsbilder!

Artenliste für Ihre Quadranten vervollständigen

Als Hilfe für die Kartierungen haben wir vergangene Atlassaison für jeden Atlasquadranten eine Artenliste mit Archivdaten (1981-2012) zur Verfügung gestellt. Diese Liste wurde nun aktualisiert und ergänzt: die Archivdaten sind nun auch den bisher eingegebenen Daten aus der aktuellen Atlasperiode gegenüberstellt (2013-2016, Datenstand Oktober 2016 – Beispiel unten).

Die Liste soll als Orientierung dafür dienen, ob in einem Quadranten schon alle möglichen Brutvogelarten erfasst worden sind und Hinweise darauf geben, welche Arten hier eventuell noch vorkommen könnten. Bitte beachten Sie aber, dass manche Artnachweise aus dem Archiv nicht aktuell sind. Seit den 1980er Jahren kann sich viel verändert haben – einerseits können manche hier angeführte Arten verschwunden sein, andererseits können neue Brutvogelarten dazugekommen sein.

Die Listen finden Sie für alle Quadranten, für die Sie auf ornitho.at als HauptbearbeiterIn oder MitarbeiterIn eingetragen sind, im Bereich "Atlasdokumente" (hier). Alle in den letzten Wochen neu gemeldeten BearbeiterInnen werden wir in Kürze nachtragen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Atlas-Team (atlas@birdlife.at).

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Freitag, 7. April 2017
Frequenzerhebungen gefragt!

2017 ist das letzte Kartierungsjahr für den neuen Brutvogelatlas und es gilt, heuer gezielt Lücken zu schließen. Besonders wichtig sind uns Frequenzerhebungen in wenig bearbeiteten Gebieten.

Denn durch diese gewinnen wir nicht nur wertvolle Informationen über die relative Häufigkeiten sondern auch einen guten Überblick über die in diesem Quadranten vorkommenden Brutvogelarten. Falls Sie also mit der Frequenzerhebung in Ihrem Quadranten bereits fertig sind, übernehmen Sie doch einen oder mehrere neue Quadranten. Auch die Bearbeitung einzelner Sextantengruppen hilft uns schon sehr weiter! Denken Sie auch daran, dass schon einzelne Ausflüge oder Wochenendaufenthalte in den Bergen zur Frequenzerhebung genutzt werden können! Bitte melden Sie sich bei uns, wenn Sie etwas übernehmen wollen!

Unter diesem Link finden Sie eine Karte mit freien Quadranten, die auch nach Priorität geordnet sind. Besonders wichtig sind die rot markierten Quadranten!

Hier nochmals kurz die denkbar einfache Methodik der Frequenzerhebungen: In 20-25 vorgegebenen Sextanten pro Quadrant führt man eine einmalige Begehung von 45-75 Minuten Dauer durch und notiert dabei alle Brutvogelarten mit Brutcode. Verschiebungen der vorgegebenen Sextanten sind möglich.

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Mittwoch, 5. April 2017
Letztes Jahr beim europäischen Brutvogelatlas EBBA2!

Wie für den neuen österreichischen Brutvogelatlas ist auch für den zweiten europäischen Brutvogelatlas das letzte Kartierungsjahr 2017 angebrochen. In einigen Ländern, vor allem in Ost- und Südosteuropa, gibt es noch immer Kartierungslücken. Wer helfen möchte, diese z. B. in seinem Urlaub zu schließen, findet hier die entsprechenden Details und sieht hier, wo die grössten Lücken sind.

Am einfachsten erfassen Sie die Nachweise mit NaturaList, der App von ornitho, die in ganz Europa einsetzbar ist. Dabei sind vollständig ausgefüllte Beobachtungslisten besonders wertvoll.

Wir danken für Ihre wertvolle Mitarbeit und wünschen viel Freude beim Datensammeln - wo auch immer in Europa!

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Freitag, 31. März 2017
Bitte um Zurückhaltung bei der Vergabe von Brutzeitcodes für durchziehende Arten.

Der Frühling ist nun schon weit fortgeschritten – nicht nur die Standvögel wie Meisen, Kleiber und Spechte grenzen ihre Reviere ab, auch zahlreiche Zugvögel sind bereits eingetroffen – wie etwa Hausrotschwanz oder Singdrossel. Vorsicht geboten ist jedoch bei einigen Arten die auch auf dem Zug singen: Vor allem Rotkehlchen sind gerade sehr auffällig, sollten derzeit aber keinesfalls mit Atlascode gemeldet werden, da sie noch bis Anfang April ziehen (Meldung von S und H für Rotkehlchen bitte erst ab 10. April!). Das gleiche gilt für etliche andere Singvogelarten wie z.B. verschiedene Laubsänger, Grasmücken und Rohrsänger. Auch Braunkehlchen können auf dem Durchzug überall auftauchen – für sie sollten erst ab 1.Mai die Atlascodes H und S vergeben werden! Dasselbe gilt für fast alle Wasservogelarten, die mit den warmen Temperaturen auffälliges Balzverhalten zeigen, jedoch noch nicht im Brutgebiet sind. Bitte beachten Sie jedenfalls die Brutzeit-Tabelle [pdf, 77 KB].

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Dienstag, 7. März 2017
EuroBirdPortal jetzt mit doppelt so vielen Arten und Daten inklusive 2015

Die Vogelbeobachtungen von Online-Portalen aus über 20 Ländern in Europa werden im EuroBirdPortal zusammengeführt, das 2015 mit Daten von 50 Vogelarten der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Österreich wird dabei durch ornitho.at vertreten. Auf Basis eines 30x30 km-Rasters wird die Verbreitung von ausgewählten Vogelarten über das ganze Jahr für weite Teile Europas visualisiert. Mit dem jetzigen Update sind 50 weitere Vogelarten hinzugekommen – es sind also jetzt 100 Vogelarten mit Daten von 2010 bis 2015 im EuroBirdPortal verfügbar. Die Einblicke in die Verbreitung der Vögel Europas im Jahresverlauf sind wahrlich faszinierend. Für die meisten der neu hinzugekommenen Arten wie Raubwürger, Pirol oder Bergfink sind es die ersten Darstellungen auf dieser Ebene außerhalb der Brutzeit überhaupt!

Anders als bei Erfassungsprogrammen nach standardisierten Methoden, werden in Onlineportalen wie ornitho.at das ganze Jahr über sogenannte "Zufallsbeobachtungen" gesammelt. Die große Menge dieser unsystematisch erhobenen Daten bietet erstaunliche Möglichkeiten zur Visualisierung und Erforschung der Verbreitung von Vögeln über große geographische Räume. Um dieses große Potenzial tatsächlich ausschöpfen zu können und gemeinsame Analysen zu fördern, wurde das EuroBirdPortal initiiert. 69 Partner aus 21 europäischen Ländern sind derzeit im EuroBirdPortal zusammengeschlossen. Pro Jahr werden auf diese Weise rund 40 Millionen Vogelbeobachtungen von mehr als 100.000 Beobachterinnen und Beobachtern zusammengetragen. Das EBP ist damit das größte und dynamischste citizen-science Biodiversitätsportal in Europa!

Neben den Ergänzungen um 50 zusätzliche Vogelarten und die Beobachtungen von 2015 wurde mit der jüngsten Überarbeitung eine neue Kartendarstellung hinzugefügt, die die Visualisierung der gesamten saisonalen Verbreitungsmuster durch die Kombination aller sechs Jahre ermöglicht. Da jeweils zwei animierte Karten angezeigt werden, bei der zwischen Vogelart, Jahr und Darstellungstyp gewählt werden kann, stehen im EBP nun mehr als 20 Millionen verschiedene Kartenkombinationen zur Verfügung! Technische Grundlage für die Darstellung ist die Software CARTO.

Die Bemühungen für die nahe Zukunft konzentrieren sich darauf, die Daten nahezu in Echtzeit darstellen zu können. Die heute eingegebene Singdrossel wäre dann bereits morgen im Verbund mit Beobachtungen aus weiten Teilen Europas im EuroBirdPortal sichtbar!

Tageslisten: die besonders wertvollen Daten
Eine für die Darstellungen und Auswertungen besonders wichtige Datenquelle sind die so genannten Tageslisten. Bitte melden Sie deshalb wann immer möglich und sinnvoll ihre Beobachtungen in Listenform. Über die ornitho-App "NaturaList" ist das besonders einfach. Wichtig ist, dass Sie auf alle Vogelarten achten und diese zumindest als "registriert" (also ohne Anzahl oder nähere Angaben) notieren. Tageslisten sollten sich auf einen (gelben) Gebietsnamen oder höchstens wenige (blaue) Sextanten beziehen. Sie werden merken, dass Sie ganz anders auf die Vogelwelt achten (und vielleicht auch überraschende Einblicke erhalten), wenn Sie Tageslisten eingeben.

Weitere Informationen:

 

Abbildung: Eine von mehr als 20 Millionen Kartenkombinationen des EuroBirdPortals: Verbreitung von Kranich und Bergfink Anfang August in Europa nach den Daten der Jahre 2010 bis 2015. © EBP

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Montag, 20. Februar 2017
AFK neu beurteilte Fälle - Sitzung Februar 2017

Liebe VogelkundlerInnen,

Am 5. Februar 2017 fand die jüngste Sitzung der AFK in der Vogelsammlung/NHM Wien statt. Etwa 200 Meldungen, überwiegend aus dem Jahr 2016 wurden bearbeitet. Die Ergebnisse finden sich ab sofort online auf der Homepage der AFK unter http://www.birdlife-afk.at/. Nur hier gibt es einen vollständigen Überblick zu den bisher bearbeiteten Fällen.

Unter den vielen bemerkenswerten Beobachtungen finden sich auch zwei neue, nun bestätigte Artnachweise für Österreich: Strandpieper und Blauwangenspint! Damit sind in Österreich nun 429 Arten bestätigt nachgewiesen!

Wir bedanken uns einmal mehr für die zahlreichen Zusendungen und das vielseitige Bemühen um die gewissenhafte Dokumentation zum Auftreten seltener Arten in Österreich. Bitte auch bei Einträgen protokollpflichtiger Arten hier auf ornitho.at an eine entsprechende Meldung an die AFK denken! Ein Formular zum Download steht dort zur Verfügung. Das vereinfacht die Meldung wie auch die Bearbeitung! Darüber hinaus möchte ich aus gegebenem Anlass nochmals in Erinnerung rufen, dass die AFK die Qualität von Meldungen und nicht die Qualifikation von BeobachterInnen beurteilt! Es wäre aber unrichtig zu sagen, dass bei der Beurteilung eines Nachweises u.a. eine Vorerfahrung mit der gemeldeten Art des Beobachters/der Beobachterin nicht miteingehen kann. Das ist nicht neu, und lässt sich am Formular mit der entsprechenden Frage klar erkennen!

Mit besten Grüßen

Hans-Martin Berg

(Vorsitz Avifaunistische Kommission/BirdLife Österreich)

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Freitag, 17. Februar 2017
Atlassaison 2017: Jetzt mit Nachweisen von balzenden Eulen starten!

Liebe Atlaskartiererin, lieber Atlaskartierer!

Spätwinter und beginnender Frühling sind die ideale Zeit, um revieranzeigende Eulen nachzuweisen. Besonders bei den Bergwaldeulen Sperlingskauz und Raufußkauz sind die Verbreitungsbilder noch recht lückenhaft – beide Arten sind ist Österreich deutlich weiter verbreitet als es die Karten anzeigen. Sie können i.d.R. in größeren Waldgebieten über 1.000 m Seehöhe angetroffen werden, im Wald- und Mühlviertel auch deutlich darunter. Besser bestellt ist es hingegen um die Verbreitungsbilder von Waldkauz und Waldohreule – hier sind im Vergleich nur mehr kleinere Lücken auffällig.

Beim Sperlingskauz (um zur aktuellen Karte mit Nachweisen zu gelangen bitte auf die Art klicken) fehlen noch Nachweise aus den folgenden Gebieten: in den Niederen Tauern, den Seetaler und tw. den Gurktaler Alpen, in den Hohen Tauern (v. a. im Pinzgau, Pongau und in Oberkärnten), im Tiroler Oberland (v. a. Bezirke Reutte, Imst, Innsbruck Land) sowie in Vorarlberg (z. B. Rätikon, Bregenzerwald, Hinterwald). Daneben ist die Art wohl auch im Mühl- und Waldviertel etwas weiter verbreitet, sowie in den nördlichen Kalkalpen des östlichen Oberösterreich.

Die Verbreitungskarte des Raufußkauzes zeigt eher die Aktivität Eulen-interessierter Vogelkundler als reale Verbreitungszentren. Lücken im Verbreitungsbild bestehen besonders im Mühlviertel, der westlichen Obersteiermark, im Lungau, Pongau und Pinzgau, sowie allen Bezirken Kärntens und Tirols, und in den Vorarlberger Bezirken Bregenz und Bludenz.

Der Waldkauz ist in größeren Waldgebieten bis etwa 1.000 m fast überall anzutreffen; stellenweise kann die Art auch deutlich höher vorkommen. Etwas größere Lücken im Verbreitungsbild gibt es vermutlich noch in den Tallagen und den unteren Hangbereichen des Alpenraumes von den Niederen Tauern und der Koralpe westwärts bis zum Tiroler Oberland, sowie stellenweise im Innviertel, im westlichen Wald- und östlichen Mühlviertel, im Mostviertel und in den östlichen Ausläufern der Buckligen Welt und im Ödenburger Gebirge (Burgenland).

Eine weitere Verbreitung als derzeit angezeigt ist bei der Waldohreule in Oberösterreich (v.a. Bez. Grießkirchen, Eferding), im nördlichen Weinviertel oder im Mittel- und Südburgenland zu erwarten. Daneben deutet ein vorläufiger Vergleich mit den alten Atlasdaten aber auch eine Aufgabe höher gelegener Vorkommen an – in Tallagen des Alpenraumes sowie in Vorarlberg. Kontrollen wären hier wünschenswert, um diesen Befund bestätigen zu können. Negative Ergebnisse gezielter Nachsuchen können mit Angabe der Art, Anzahl=0 und Atlascode=99 gemeldet werden.

Hinweise zur Kartierung

Sperlingskäuze balzen besonders in der Dämmerung, Raufußkäuze ab Einbruch der Dunkelheit. Für die Kartierung beider Bergwaldeulen bietet sich das legale Befahren hoch gelegener Straßen und Pässe an – vor allem bei guter Witterung, d. h. windstilles, klares Wetter und besonders an den Tagen rund um den Vollmond. Bei Stopps alle paar 100 m kann man nach spontan rufenden Eulen horchen, bzw. können kurz (max. eine Minute) einige Balzrufe gepfiffen, vom Tonband, von der Auto-Stereoanlage o. ä. abgespielt werden. Bei der Antwort eines Revierinhabers das Locken sofort einstellen. Nach dem Abspielen ist es sinnvoll, mehrere Minuten zu warten, da eine Reaktion unter Umständen nicht sofort erfolgt. Keinesfalls sollte bei Ausbleiben einer Reaktion mehrfach und intensiv weiter gelockt werden!

Wir wünschen einen erfolgreichen Start in die letzte Atlassaison!

Ihr Atlas-Team

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Donnerstag, 5. Januar 2017
Meldung der Avifaunistischen Kommission

Liebe MitarbeiterInnen und MelderInnen auf ornitho.at,

Wie bereits auf der Homepage der Avifaunistischen Kommission (AFK) im Oktober 2016 angeführt (www.birdlife-afk.at), gibt es bei der Meldepflicht kleine Änderungen, die zur Erinnerung hier nochmals angeführt werden:

Zwergscharbe: Protokollpflichtig sind nur Feststellungen außerhalb des Burgenlandes und abseits der steirischen Bezirke Südoststeiermark, Leibnitz, Hartberg-Fürstenfeld, Graz und Graz Umgebung. Dies gilt rückwirkend seit 1.7.2016

Raufußbussard: Die Art ist seit 1.7.2016 in ganz Österreich nicht mehr meldepflichtig

Zitronengirlitz: Die Art ist seit 1.1.2016 im Gebiet der Tauplitzalm/Stmk. nicht mehr meldepflichtig.

Bei dieser Gelegenheit darf ich alle BeobachterInnen von protokollpflichtigen Arten höflich daran erinnern, offene Meldungen möglichst nachzuholen. Die AFK freut sich sehr über zeitnah erstellte Protokolle! Die nächste Sitzung der AFK findet im Februar 2017 statt.

Alles Gute für das kommende Jahr mit vielen spannenden Beobachtungen
wünscht
Hans-Martin Berg
(AFK/BirdLife Österreich)

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Mittwoch, 4. Januar 2017
Internationale Rotmilan Schlafplatzzählung am 7./8. Jänner – Zählen Sie mit!

Rotmilan-Schlafplätze in Österreich

In West- und Mitteleuropa überwinternde Rotmilane bilden jeweils am späteren Nachmittag/Abend kollektive Schlafplätze. Während in der Schweiz in den letzten Jahren die Zahl der überwinternden Rotmilane anstieg und bereits mehrere Tausend Individuen gezählt wurden, waren in Österreich bis 2015 nur Schlafplätze im Raum der March-Thaya Auen bekannt. Im Jänner 2016 wurden in Vorarlberg zwei Schlafplätze mit insgesamt 50 Individuen beobachtet, in Tirol hat sich im Herbst vorübergehend ein Schlafplatz mit über 20 Individuen gebildet. In den March-Thaya-Auen können sich an einem Schlafplatz über 60 Individuen versammeln, an den meisten anderen Schlafplätzen sind es deutlich weniger.

Gesucht: neue Schlafplätze

Da sich der Rotmilan in den letzten Jahren in Tirol und Oberöstereich als neuer Brutvogel etabliert hat, ist es besonders in allen Bundesländern nördlich des Alpenhauptkamms nicht unwahrscheinlich, dass auch neue Schlafplätze entdeckt werden. Viele dieser Schlafplätze bilden sich Jahr für Jahr immer wieder ungefähr in denselben Gebieten. Meist entstehen sie im Laufe des Oktobers. Ab Ende Januar nehmen dann die Bestände ab. Kommt es zu Schneefällen, verringert sich die Anzahl der Milane an vielen Schlafplätzen oder diese lösen sich ganz auf. Insbesondere in der Nähe von Futterplätzen bestehen in der Schweiz Schlafplätze auch in harten Wintern. Ein Schlafplatz kann sich an einem Waldrand, in einem kleinen Wäldchen, in einem Feldgehölz oder auch in einer Baumreihe befinden. Die manchmal nach der Brutzeit entstehenden Sommerschlafplätze sowie auch die temporären Schlafplätze von Durchzüglern bestehen im Regelfall nur für kurze Zeit und nicht an denselben Orten wie die Winterschlafplätze.

Europaweiter Zähltermin: 7./8. Jänner 2017

Zählmethode

Empfohlen wird, abends zu zählen, etwa von 30 Minuten vor bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Einige Rotmilane kommen erst kurz nach Sonnenuntergang am Schlafplatz an, einzelne sogar erst etwa 30 Minuten danach. Bei starker Bewölkung treffen die Vögel meist etwas früher am Schlafplatz ein. Befindet man sich eine halbe Stunde (oder früher) vor Sonnenuntergang vor Ort, sieht man die anfliegenden Rotmilane. An manchen Abenden ist es einfach die Vögel zu zählen, weil sie einzeln und in kleinen Gruppen anfliegen oder weil sie gut sichtbar auf Laubbäumen sitzen oder weil sie noch längere Zeit in der Luft kreisen. Letzteres ist vor allem der Fall, wenn etwas Wind herrscht, nicht aber bei Windstille. An anderen Abenden erfasst man nur eine Mindestzahl. Dies ist z.B. der Fall, wenn sich die Vögel in Nadelbäume begeben, oder wenn bei der Ankunft des Beobachters schon einige Milane anwesend sind, oder wenn sie sich auf 2-3 Schlafplätze in der Gegend aufteilen.

An manchen Abenden bleiben die Vögel lange sitzen und plötzlich kommt es vor, dass sie wie auf ein geheimes Zeichen hin, alle auffliegen und dann einige Zeit in der Luft bleiben und wieder am selben Ort oder aber ein paar Hundert Meter weiter entfernt landen. Sieht man viele Milane in der Luft, kann ein Foto bei der Zählung helfen, auf dem man später die Vögel auszählen kann.

Regelmässig kommt es vor, dass die Rotmilane zuerst einen Sammelplatz anfliegen (oder sich auf 2-3 verteilen) und dann erst in der Dämmerung gemeinsam oder in Gruppen den Sammelplatz verlassen und den definitiven Schlafplatz ansteuern. Ein Sammelplatz kann ein paar Hundert Meter (manchmal mehr) vom Schlafplatz entfernt sein. An manchen Abenden entspricht der Sammelplatz gleich dem definitiven Schlafplatz. Manchmal verteilen sich die Milane auf 2-3 benachbarte Teil-Schlafplätze. Diese einzelnen Teil-Schlafplätze können in Distanzen von einigen Hundert Metern, aber auch von über 1 km zueinander liegen.

Oft schlafen die Milane mehrere Nächte in Folge an einer Stelle, dann wechseln sie plötzlich den Schlafplatz und verweilen mehrere Nächte an einer anderen Stelle, wobei solche abwechslungsweise benutzten Schlafplätze über 1 km entfernt voneinander liegen können. Die Fluchtdistanz ist am Schlafplatz erstaunlich hoch. Es empfiehlt sich deshalb aus einer Entfernung mindestens 250 m (besser 350 m) zu beobachten. Natürlich braucht es ein Fernglas oder besser ein Fernrohr.

Zählungen sind am Abend meist erfolgreicher als am frühen Morgen. Eine morgendliche Zählung ist nur möglich, wenn man auch wirklich weiss, wo genau die Vögel übernachteten (nicht aber, wenn der Schlafplatz zuerst gesucht werden muss). Der Abflug der ersten Vögel erfolgt oft etwa 30 Minuten vor Sonnenaufgang. Einzelne Milane können den Schlafplatz allerdings schon 45 Minuten vor Sonnenuntergang verlassen, zu einem Zeitpunkt also, an dem das vorhandene Licht nicht ausreicht um eine Zählung durchzuführen. Manche Vögel können bis weit in den Vormittag hinein am Schlafplatz verweilen, vor allem bei Regenwetter.

An größeren bzw. mehreren Teil-Schlafplätzen sind mehrere Zähler erforderlich. An den einzelnen Beobachtungsorten soll notiert werden, wie viele Milane um wieviel Uhr (auf die Minute genau) an- und abfliegen. Das Festhalten der jeweiligen Flugrichtung ist ebenfalls hilfreich. Dies erlaubt es später abzuschätzen, ob dieselben Milane auch an einem benachbarten (Teil-) Schlafplatz gesehen wurden.

Wegen möglicher Schlafplatzwechsel ist es sinnvoll, bereits vor dem Zähltag einmal kurz zu kontrollieren, ob die Vögel wirklich dort sind. Am eigentlichen Zähltag kann es von Vorteil sein, die Zählung zu zweit (oder zu mehreren) durchzuführen, damit man die Gegend des Schlafplatzes möglichst vollständig überblicken kann.

Diese Ergebnisse können über www.ornitho.at erfasst (mit dem Vermerk "Schlafplatz-Zählung") oder auch an katharina.bergmueller@birdlife.at oder hans.uhl@birdlife.at geschickt werden.

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Sonntag, 1. Januar 2017
Bitte beachten: Die Vögel sind nun ein Jahr älter!

Das Alter der Vögel wird in sogenannten Kalenderjahren angegeben. Vögel, die im Jahr 2016 geschlüpft sind, sind damit seit dem 1. Januar 2017 nicht mehr im 1. KJ / diesjährig, sondern nun im 2. KJ / vorjährig. Vögel mit Jahrgang 2015 sind nun im 3. Kalenderjahr etc. Wir möchten Sie bitten, das bei der Altersangabe unbedingt zu beachten.

Mit den besten Wünschen für 2017!

Ihr ornitho.at-Team

aufgegeben von Benjamin Seaman
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Biolovision Sàrl (Switzerland), 2003-2017