In einem aktuellen Kommentar in der Fachzeitschrift Nature wird vor der Verbreitung von KI-Bildern auf Citizen-Science-Plattformen gewarnt. Es wurde auch in österreichischen Medien dazu berichtet (https://science.orf.at/stories/3236572/). Hier denkt man vielleicht zunächst an gänzlich KI-generierte Bilder von Arten, die für bewusste Falschmeldungen verwendet werden. Von einer solchen Absicht gehen wir im Benutzer:innen-Kreis von ornitho.at nicht aus. Vor einem anderen, subtileren Anwendungsfall möchten wir allerdings eindringlich warnen:
KI-Werkzeuge finden zunehmend auch in der Bildbearbeitung Anwendung und sind nicht immer klar als solche zu erkennen. Wird ein Foto in guter Absicht mit solchen Bildbearbeitungswerkzeugen "verbessert", kann es durch die Natur dieser generativen KI-Methoden grundlegend verfälscht oder entstellt werden. Hierzu eine kurze Erklärung des Unterschieds zur herkömmlichen Bildbearbeitung:
Herkömmliche Bildbearbeitung: die Bildpunkte (Pixel) bleiben im Wesentlichen erhalten, es werden vor allem Helligkeits- und Farbwerte angepasst – das Bild wird aufgehellt, farbgesättigt, geschärft etc.
KI-Bildbearbeitung: das Originalbild wird "interpretiert" und Bildbereiche oder Details von Grund auf neu generiert – es entsteht ein neues Bild auf Grundlage des Originals. Bei diesem Schritt kann das KI-Werkzeug theoretisch jede gewünschte Änderung durchführen (Objekte hinzufügen/entfernen, das Bild nachschärfen, entrauschen oder einfach "verschönern"), es können aber auch ungewünschte Änderungen passieren oder Artefakte entstehen.
Im zitierten Beispiel ist beim vermeintlichen brasilianischen Erstnachweis einer nordamerikanischen Art (Rotflügelstärling) auf der Citizen-Science-Plattform iNaturalist aufgedeckt worden, dass es sich um ein in guter Absicht KI-bearbeitetes Foto einer einheimischen Art (Epaulettenpirol) handelte. Bei der Bearbeitung des Bildes hat das KI-Werkzeug Gefiedermerkmale "dazuerfunden", die den Vogel in die andere Art verwandelten. Im Trainingsmaterial der verwendeten KI-Anwendung wird die nordamerikanische Art weitaus häufiger vorgekommen sein, weshalb sie den Vogel als Rotflügelstärling "interpretiert" hat.
Der Hauptzweck von Fotos auf ornitho.at ist die Dokumentation von Nachweisen. Wir nehmen dieses Beispiel zum Anlass und möchten darauf hinweisen, dass durch generative KI-Methoden verfälschte Bilder für die Ziele von ornitho.at gänzlich unbrauchbar sind. Wir raten deshalb eindringlich von der Verwendung solcher Werkzeuge ab! Auf einer Citizen-Science-Plattform wie ornitho.at ist ein nicht perfektes aber echtes Dokumentationsfoto IMMER einem "tollen" aber verfälschten Foto vorzuziehen!
Wir bitten Sie also, bei der Bearbeitung Ihrer Fotos zu hinterfragen, ob KI-Werkzeuge im Spiel sein könnten und, wenn ja, von der Verwendung dieser Programme abzusehen. Abgesehen davon bitten wir auch generell bei der Bearbeitung von Fotos um Zurückhaltung – auch eine zu starke Bearbeitung mit "herkömmlichen" Methoden kann das Ziel der Fotodokumentation verfälschen.
Zuwachs auf ornitho.at: jetzt auch Heuschrecken und Fangschrecken erfassen!
Ab sofort können über ornitho.at auch Heuschrecken und Fangschrecken gemeldet werden. Dieser Schritt erfolgt dank einer Kooperation von BirdLife Österreich mit der Arbeitsgemeinschaft Heuschrecken Österreichs, die zukünftig die Validierung der über ornitho.at und NaturaList eingehenden Heu- und Fangschrecken Beobachtungen übernehmen und diese Daten für ihre Zwecke verwenden werden, z. B. Naturschutz- oder Forschungsprojekte. Wir freuen uns sehr über diese Zusammenarbeit und wünschen unseren Kolleg:innen viele spannende Beobachtungen!
Mit der NaturaList App war es schon länger möglich, Beobachtungen verschiedenster Tier- und Pflanzenarten zu erfassen – diese Daten werden über das internationale Datenportal data.biolovision.net abgerufen. Mit der eben erfolgten Freischaltung der Heu- und Fangschrecken landen die Daten dieser beiden Artengruppen ab jetzt zusammen mit den Vogeldaten direkt auf ornitho.at. Sie können hier auf die gewohnte Weise abgefragt, bearbeitet und visualisiert werden – Sie finden Ihre Meldungen unter "Alle meine Beobachtungen".
Es ist Benutzer:innen selbst überlassen, ob sie die neuen Artengruppen angezeigt bekommen oder ornitho.at als reines Vogel-Portal verwenden möchten. Unter "Persönliche Einstellungen" im Menü links unten finden Sie die Einträge "Wählen Sie die taxonomischen Gruppen, die angezeigt werden sollen" bzw. "Sprache der Artenliste beim Melden von Beobachtungen", und können hier die neuen Artengruppen aktivieren.
Wichtig: Bitte wählen Sie auch für die neuen Artengruppen in NaturaList die Artenliste von ornitho.at (Bevorzugte Einstellungen → Artenliste → Synchronisieren bestätigen → Heuschrecken → Artenliste eines Internetportals → ornitho.at)
Foto: B. Seaman
aufgegeben von Benjamin Seaman
Mittwoch, 22. April 2026
Anders rufende Zilpzalpe unterwegs
Nachdem es im Herbst zum vermehrten Auftreten von Zilpzalpen mit deutlich andersartigen Rufen kam (ähnlich dem Taigazilpzap ssp. tristis) sind aktuell in manchen Teilen Österreichs wiederum Zilpzalpe mit Rufen auffällig, die deutlich von jenen der mitteleuropäischen Populationen abweichen. In der Literatur werden sie mit "swiё" umschrieben. Im Handbuch der Vögel Mitteleuropas laufen sie unter der Bezeichnung "Kükenruf", da ihr Klang an den Suchruf eines Hühnerkükens erinnert. Die Herkunft dieser Vögel liegt vermutlich weit im Osten Europas. In der Schweiz kam es beispielsweise zu einem auffälligen Auftreten im Jahr 2008, das mit einer wochenlangen NO-Strömung einherging (Christen 2008). Wenn Ihnen Zilpzalpe mit solchen Rufen auffallen, ersuchen wir Sie diese Meldungen in den Bemerkungen mit dem Zusatz "Kükenruf" zu kennzeichnen und wenn möglich eine Tonaufnahme anzufügen. Vielen Dank!
Neuigkeiten von der Avifaunistischen Kommission (AFK)
Liebe Melderinnen und Melder,
Auf der Webpage der AFK (https://www.birdlife-afk.at/) stehen wieder neue Beurteilungen von Beobachtungen aus der Sitzung vom 24.1. und 9.3.2026 bereit.
Wir möchten auch wieder daran erinnern, noch undokumentierte Beobachtungen von Seltenheit bei der AFK einzureichen. Insbesondere dann, wenn Beobachtungen von Seltenheiten "alleine stehen", oder noch nicht dokumentierte Ortsveränderungen oder phänologische Randdaten betreffen. Für Benutzer:innen der "Club 300-Seite" gibt es eine Orientierung über "offene" Fälle. Wenn Sie eine Dokumentation verfassen, bitten wir die Mindestinhalte eines Protokolls zu beachten, damit wir bei der AFK eine sinnvolle Beurteilung einer Beobachtung vornehmen können. Bilder sind immer erwünscht und helfen ‒ sofern sie in beurteilbarer Qualität beigesteuert werden(!) ‒ den eigenen Aufwand beim Dokumentieren zu minimieren. Bitte Bilder zusammen mit dem Protokoll einreichen.
Nachdem in der Vergangenheit immer wieder Protokolle mit "irrigen" Angaben gekommen sind, bitten wir vor Absenden eines Protokolls sehr darauf zu achten, dass Art-, Datums- und Ortsangaben korrekt sind. Das minimiert den nachfolgenden administrativen Aufwand.
Danke für die Bemühungen zur Qualitätssicherung vogelkundlicher Daten.
Mit besten Grüßen
Hans-Martin Berg
(für die Avifaunistische Kommission/AFK)
aufgegeben von Benjamin Seaman
Montag, 20. April 2026
Wartungsarbeiten am 20. April ab 20 Uhr
Aufgrund umfangreicher und dringender Wartungsarbeiten ist die Website ornitho.atam 20. April von 20:00 Uhr bis zum nächsten Morgen nicht erreichbar.
Diese Arbeiten betreffen auch die anderen Webseiten der ornitho-Familie sowie die Synchronisation mit der ornitho-App NaturaList. Wir empfehlen Ihnen daher, alle in NaturaList erfassten Daten vor dem 20. April um 20:00 Uhr mit ornitho.at zu synchronisieren und anschliessend zu warten, bis die Website wieder verfügbar ist, um die App erneut nutzen zu können.
aufgegeben von Benjamin Seaman
Donnerstag, 1. Januar 2026
Bitte beachten: Die Vögel sind jetzt ein Jahr älter!
Das Alter der Vögel wird in sogenannten Kalenderjahren angegeben. Vögel, die im Jahr 2025 geschlüpft sind, sind damit seit dem 1. Jänner 2026 nicht mehr im 1. KJ / diesjährig, sondern jetzt im 2. KJ / vorjährig. Vögel mit Jahrgang 2024 sind nun im 3. Kalenderjahr etc. Wir bitten Sie, das bei der Altersangabe unbedingt zu beachten.
Mit den besten Wünschen für 2026!
Ihr ornitho.at-Team
(Foto: J. Hauzinger, ornitho.at)
aufgegeben von Benjamin Seaman
Dienstag, 2. Dezember 2025
Stunde der Wintervögel, 3.-6. Jänner 2026 – Zähl mit uns!
Kennen Sie schon die Stunde der Wintervögel – die größte Citizen Science Aktion Österreichs? Auch diesen Winter lädt BirdLife Österreich zum gemeinsamen Zählen der weit verbreiteten Wintervogelarten in unseren Städten und Dörfern. Einfach im Zählzeitraum eine Stunde lang die Vögel im Garten, am Balkon oder im Park zählen und melden!
Bei der letzten Zählung im Jänner 2025 haben rund 27.000 Teilnehmer:innen etwa 646.000 Vögel gezählt. Die Kohlmeise war am häufigsten in den heimischen Gärten anzutreffen. Waren es bei den ersten sechs österreichweiten Zählungen noch jeweils um die 40 Vögel pro Meldung, kamen die Ergebnisse in den letzten Jahren kaum über 30 gezählte Vögel pro Meldung hinaus (31 im Jahr 2025).
Wichtig: Ihre Zählungen fließen nur in die Stunde der Wintervögel Auswertungen ein, wenn sie über die eigene Meldeplattform eingegeben wurden. Zusätzlich können Sie, wenn Sie möchten, Ihre Zählung aber auch in ornitho.at eingeben – sie erfüllt perfekt die Voraussetzung für eine vollständige Beobachtungsliste (während der Beobachtungsdauer von einer Stunde werden alle beobachteten Vogelarten erfasst). Ihre Zählung hat somit den doppelten Wert! Für diese Meldungen wird es im Zählzeitraum einen eigenen Projektcode "SdW – Stunde der Wintervögel" geben, mit dem Sie Ihre Beobachtungsliste versehen können.
aufgegeben von Benjamin Seaman
Montag, 17. November 2025
Neuigkeiten von der Avifaunistischen Kommission (AFK)
Liebe Melderinnen und Melder,
Auf der Webpage der AFK (https://www.birdlife-afk.at/) stehen wieder neue Beurteilungen von Beobachtungen aus der Sitzung vom 7.9.2025 bereit.
Aktuell möchten wir auch mitteilen, dass der Schlangenadler ab 1.1.2026 bei der AFK nicht mehr gemeldet werden muss. Bei Meldungen auf ornitho.at ist aber eine Fotobeleg oder eine Kurzbeschreibung erkannter Merkmale, die zur Bestimmung führten, weiterhin erwünscht.
Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch daran erinnern, noch undokumentierte Beobachtungen von Seltenheit (dringlich aus 2023/24) bei der AFK einzureichen. Insbesondere dann, wenn Beobachtungen von Seltenheiten "alleine stehen", oder noch nicht dokumentierte Ortsveränderungen oder phänologische Randdaten betreffen. Für Benutzer:innen der "Club 300-Seite" gibt es eine Orientierung über "offene" Fälle. Wenn Sie eine Dokumentation verfassen, bitten wir die Mindestinhalte eines Protokolls zu beachten, damit wir bei der AFK eine sinnvolle Beurteilung einer Beobachtung vornehmen können. Bilder sind immer erwünscht und helfen, sofern sie in beurteilbarer Qualität beigesteuert werden(!), den eigenen Aufwand beim Dokumentieren zu minimieren. Bitte Bilder zusammen mit dem Protokoll einreichen.
Danke für die Bemühungen zur Qualitätssicherung vogelkundlicher Daten.
Mit besten Grüßen
Hans-Martin Berg
(für die Avifaunistische Kommission/AFK)
aufgegeben von Benjamin Seaman
Montag, 25. August 2025
Wachteljagd – Aufruf zum Melden illegaler Klangattrappen
Der September ist im Burgenland die Zeit der Wachteljagd. Die europaweit als potenziell gefährdet eingestufte Wachtel hat auch in Österreich einen rückläufigen Trend bei geschätzt 2.500-5.000 rufenden Männchen. In den beiden letzten Jahren wurden im Burgenland (überwiegend in den drei Bezirken Güssing, Neusiedl/See und Oberpullendorf) jährlich über 500 Wachteln erlegt, obwohl die Jagdzeit nur einen Monat dauert. Die (relativ hohen) Abschusszahlen und mehrere Meldungen von (illegalen!) Klangattrappen in diesem Zeitraum lassen darauf schließen, dass auch mit verbotenen Lockmitteln gearbeitet wird. Um die Verbreitung dieser rechtswidrigen Praxis einschätzen zu können, sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen: Da im September nicht mit anhaltenden Rufen der Vögel zu rechnen ist, bitten wir Sie, auf solche Rufe zu achten und uns diese Beobachtungen gegebenenfalls zu melden. Dies kann gerne über ornitho.at (bitte mit dem Stichwort "Klangattrappe" im Kommentar) oder direkt über unsere Meldewege für Wildtierkriminalität (birdcrime.at) erfolgen.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!
Foto: A. Tiefenbach, ornitho.at
aufgegeben von Benjamin Seaman
Mittwoch, 4. Juni 2025
Bestandseinbruch bei der Felsenschwalbe? Aufruf zur Kontrolle bekannter Brutplätze
Aktuelle ornitho.at-Daten lassen einen massiven Bestandseinbruch der Felsenschwalbe befürchten. In der Abbildung unten ist zu sehen, dass die Felsenschwalbe 2025 (blaue Linie) bisher nicht einmal halb so oft auf vollständigen Beobachtungslisten gemeldet wurde, wie im gleichen Zeitraum der letzten 5 Jahren (grüne Fläche). Bei der Zahl der Meldungen insgesamt zeigt sich ein ähnliches Bild: Im Zeitraum 1. Februar bis 31. Mai gab es im Jahr 2023 noch 878 Meldungen (5297 gemeldete Individuen), gefolgt von 852 Meldungen (4090 Individuen) 2024 und nur mehr 314 Meldungen (1137 Individuen) 2025! Die Situation in Deutschland – vor allem in Bayern – dürfte ähnlich aussehen. Wir danken den Kollegen vom LBV und ornitho.de für den Hinweis!
Zur weiteren Dokumentation bitten wir um Ihre Mithilfe: Wenn Ihnen Brutplätze von Felsenschwalben bekannt sind, bitte suchen Sie sie wenn möglich in nächster Zeit auf, um ihre Besetzung zu überprüfen. Wichtig: Auch wenn Sie keine Felsenschwalben antreffen, bitte melden Sie die Art mit 0 Individuen und dem Brutzeitcode 99 ("Art trotz Beobachtungsgängen nicht (mehr) festgestellt").
Auch wenn die Ursache dieses Rückgangs noch unklar ist, liegt der Verdacht auf witterungsbedingte Faktoren nahe. Mitte September 2024 führten anhaltende, massive Niederschläge und kalte Temperaturen in Österreich und im südlichen Bayern vor allem bei der Mehlschwalbe zu Verlusten. Tausende Vögel wurden in Folge von Unterkühlung und Unterernährung geschwächt aufgegriffen oder tot aufgefunden. Die Dunkelziffer dürfte hier um ein Vielfaches höher liegen. Möglicherweise war hiervon auch die Felsenschwalbe betroffen, es blieb im dünner besiedelten Alpenraum nur weniger beachtet?