Der Kiebitz bevorzugt in Mitteleuropa offene, feuchte Lebensräume wie Wiesen, Moore und Flussniederungen. Besonders wichtig sind für ihn extensiv genutzte oder brachliegende Flächen mit kurzem Bewuchs, wo er seine Bodenmulden als Nistplätze anlegt. In landwirtschaftlich geprägten Gebieten nutzt er auch Ackerflächen, leidet jedoch unter der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Verlust von Feuchtgebieten. Zur Nahrungssuche benötigt der Kiebitz feuchte Böden, in denen er nach Insekten, Würmern und kleinen Wirbellosen stochern kann.
Vor allem am Frühjahrszug können große Trupps beobachtet werden, die oft mit Staren, zuweilen auch mit Goldregenpfeifern vergesellschaftet sind. Brütet häufig in lockeren Kolonien und hat Bodennester mit, wie für viele Limikolen typisch, vier tarnfärbigen Eiern. Als Bodenbrüter ist der Kiebitz gegenüber Nesträubern wie z. B. Füchsen sehr gefährdet. In der Regel können diese in größeren Kolonien effektiver abgewehrt werden. Der Erhalt größerer, zusammenhängender Brutgebiete ist deshalb auch aus diesem Grund von zentraler Bedeutung.
Gezielter Lebensraumschutz für den Kiebitz umfasst die Anlage und die Erhaltung von Sutten, Brachen sowie von Feuchtwiesenresten in der Ackerlandschaft. Die Anlage von bis Mitte Juni unbewirtschafteten „Kiebitz-Inseln“ in Feldern hat sich in vielen Länder bewährt. Die Verzögerung der Ansaat von Mais oder Soja bis ca. 10. Mai verhilft Kiebitz-Kolonien zu gutem Schlupferfolg der Erstgelege. Zusätzlich ist das Abstecken von Neststandorten, um sie bei der Bearbeitung auszusparen, eine wirksame lokale Maßnahme, um den Bruterfolg zu erhöhen.
Foto: H.-M. Berg
Zeitraum:
Donnerstag, 1. Januar 2026 bis Donnerstag, 31. Dezember 2026