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Montag, 30. Mai 2016
Tageslisten in der ornitho-App NaturaList

Die neueste Version der ornitho-App NaturaList (0.73) wurde um eine Tageslisten-Funktion erweitert. Da diese etwas anders funktioniert als auf der ornitho.at Webseite, möchten wir hier eine kurze Einführung geben.

Analog zu den Einzelbeobachtungen in NaturaList können Sie nun auch Tageslisten 1) direkt im Gelände, und 2) nachträglich eingeben. Alle Eingabemethoden sowie weitere Funktionen und Einstellungen können über das Menüzeichen am linken oberen Bildrand ausgewählt werden. Der wesentliche Unterschied zur ornitho.at Webseite ist, dass in NaturaList aus technischen Gründen keine Sextanten dargestellt werden können. Aus diesem Grund kann diese Funktion leider nicht zur Erfassung von Frequenzerhebungen für den Brutvogelatlas verwendet werden!

1) Tageslisten "direkt im Gelände"

Nach dem Start dieser Eingabemethode wird die Tagesliste "live" erfasst. Jede beobachtete Art wird wie eine Einzelbeobachtung exakt lokalisiert. Solange die Tagesliste läuft, wird ein rot blinkender Kreis ("record") und die bisher verstrichene Zeit in der oberen Leiste angezeigt. Über das "Listen"-Symbol unten links kann jederzeit die Liste der zuletzt eingegeben Arten eingesehen werden. Durch Auswahl eine der Arten in dieser Liste können Anzahl und Atlascode nachträglich angepasst, bzw. auch Beobachtungen von der Liste gelöscht werden. Über das "Pause"-Symbol kann die Erfassung unterbrochen werden um z.B. einen anderen Bereich der App zu verwenden (die Zeit läuft weiter). Über das "Stopp"-Symbol kann die laufende Tagesliste beendet werden. Wählt man das "Stopp"-Symbol, werden im letzten Schritt als Uhrzeiten automatisch die tatsächliche Beginn- und Endzeit der Liste eingestellt. Diese können bei Bedarf noch angepasst werden. Endgültig beendet wird die Tagesliste durch die Auswahl ob alle beobachteten Arten erfasst wurden oder nur eine unvollständige Liste geführt wurde.

Hinweis: Bei der nächsten Synchronisation mit dem Server wird aus der Summe der einzeln verorteten Beobachtungen dieser Tagesliste der Mittelpunkt errechnet und mit dem nächstgelegenen Sextanten oder Gebietspunkt in ornitho.at verknüpft. Wir empfehlen eine nachträgliche Kontrolle in ornitho.at ob diese Zuordnung sinnvoll ist. Gegebenenfalls kann die Liste (sowie jede andere Beobachtung) in ornitho.at nachträglich mit einem anderen Punkt verknüpft werden indem Sie die STRG-Taste gedrückt halten und auf den gewünschten Punkt klicken (z.B. ein Gebietspunkt, der das begangene Gebiet besser beschreibt als der automatisch errechnete Sextantenmittelpunkt).

2) Tageslisten "nachträglich"

Bei dieser Methode wird zuerst ein Punkt auf der Karte ausgewählt, der in etwa dem Mittelpunkt des begangenen Gebiets entspricht. Danach werden die gesehenen Arten nacheinander der Liste hinzugefügt. Über die "+" und "-" Symbole kann die Anzahl für jede Art geändert werden, das "x"-Symbol am rechten Rand löscht die Art von der Liste. Wählt man einen der bereits eingegebenen Artnamen aus, können alle Details für diese Art (Atlascode, Alter/Geschlecht, etc.) angepasst werden. Die Liste wird über das "Stopp"-Symbol oben rechts beendet. Es müssen nur noch die Beginn- und Endzeit eingestellt werden, sowie ausgewählt werden ob alle beobachteten Arten erfasst wurden oder nur eine unvollständige Liste geführt wurde.

Allgemeine Empfehlungen für Tageslisten

Wie auch in ornitho.at selbst, soll die Tageslistenfunktion in NaturaList nur für Beobachtungen innerhalb eines überschaubaren Bereichs von etwa 1-2 Sextanten (ca. 1km2) verwendet werden. Auch für die Dauer einer Tagesliste gilt eine obere Grenze von etwa 2 Stunden als Richtwert.

Die ornitho-App NaturaList kann im Google Play Store kostenlos heruntergeladen werden: https://play.google.com/store/apps/details?id=ch.biolovision.naturalist

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Freitag, 22. April 2016
Brutvogelatlas: Langstreckenzieher kehren zurück

Nachdem wir in den letzten ornitho-"Aktuelle Nachrichten" über einen Hinweis auf verfrühte Ankunft einiger Langstreckenzieher in diesem Jahr berichtet haben, treffen nun immer mehr dieser Arten bei uns ein. Die Verbreitungskarten einiger Arten wie Braunkehlchen, Dorngrasmücke oder Pirol füllen sich bereits mit Beobachtungspunkten. Doch Vorsicht: viele der jetzt zu beobachtenden Vögel sind noch auf dem Durchzug in nördlichere Brutgebiete. Einige Arten (z.B. Braunkehlchen, Dorngrasmücke, Gelbspötter oder Sumpfrohrsänger) singen sogar bereits während dem Zug. Für diese und ähnliche Arten (siehe Brutzeittabelle) sollten deshalb vor dem 1. Mai keine Atlascodes "H" oder "S" vergeben werden. Bei konkreterem Brutverdacht (z.B. Transport von Nistmaterial) können höherwertige Codes natürlich schon früher vergeben werden.

Andere Langstreckenzieher wie Fitis, Waldlaubsänger oder Gartenrotschwanz sind hingegen schon etwas länger bei uns angekommen und dürfen auch schon mit einem Atlascode "H" oder "S" eingegeben werden – sofern sie in einem für sie passenden Bruthabitat angetroffen werden. In ornitho.at wird bei der Eingabe nun auch automatisch nach einem Atlascode gefragt wenn keiner bereits angegeben wurde.

Spät brütende Entenvögel
Eine andere Artengruppe, deren Brutzeit erst recht spät beginnt, sind die Wasservögel. Für eine ganze Reihe von Entenarten (z.B. Krick-, Schnatter-, Knäk-, Tafel-, Reiher- oder Löffelente) sollten deshalb ebenfalls vor dem 1. Mai keine Atlascodes "H", "S", "P" oder "D" vergeben werden (siehe Brutzeittabelle).

Gesang des Gartenrotschwanzes
Während die meisten BeobachterInnen den Gesang des naheverwandten Hausrotschwanzes kennen werden, ist der Gesang des Gartenrotschwanzes oft weniger bekannt. Charakteristisch ist der Beginn des Gesangs, bei dem nach dem ersten Flötenton die Tonhöhe gewechselt wird, und danach mehrere gleichförmige Flötentöne folgen. Der Endteil des Gesangs ist variabel. Dem Gartenrotschwanz fehlt der "knirschende" Gesangsteil des Hausrotschwanzes. Gartenrotschwänze kommen bei uns vor allem in größeren Gärten mit älteren Bäumen vor, sie können aber auch offene Wälder besiedeln oder manchmal an der Baumgrenze angetroffen werden.

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Mittwoch, 13. April 2016
Langstreckenzieher kommen 2016 früher bei uns an

In den auf ornitho.at eingegebenen Daten ist bei einigen Langstreckenziehern eine um etwa eine Woche verfrühte Ankunft in diesem Jahr zu erkennen. Gab es z.B. in der zweiten März-Dekade 2015 österreichweit nur 6 Rauchschwalben-Beobachtungen, so waren es 2016 im gleichen Zeitraum 76 Beobachtungen. Oder gab es 2014 in der ersten April-Dekade 11 Braunkehlchen-Beobachtungen und 2015 im gleichen Zeitraum nur 4, so sind es 2016 in diesem Zeitraum schon 30 Beobachtungen. Ähnliche Bilder zeigen sich u.a. auch bei Blaukehlchen, Schilfrohrsänger, Rohrschwirl, Nachtigall und Gartenrotschwanz.

Phänologiediagramme können Sie in ornitho übrigens auch selbst ansehen und vergleichen. Wählen Sie unter "Verbreitung und Phänologie" (http://www.ornitho.at/index.php?m_id=620) eine gewünschte Art aus, klicken auf "Wann zu beobachten" und vergleichen Sie die Daten der einzelnen Jahre.

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Freitag, 8. April 2016
Brutvogelatlas: Start der Frequenzerhebungen

Am Samstag den 9. April beginnt der Zeitraum für Atlas-Frequenzerhebungen. Diese sind für den Brutvogelatlas sehr wertvoll, da sie uns Aussagen zur relativen Häufigkeit einer Vogelart ermöglichen. Viel ist schon erledigt worden, doch besonders in höheren Lagen (über ca. 1.000 m) gibt es noch einiges zu tun. Jede Frequenzerhebung ist wichtig – auch einzelne bearbeitete Sextanten und Sextantengruppen helfen uns weiter! Besonders in schwer erreichbaren Gegenden müssen nicht alle fünf Sextantengruppen in einem Quadrant übernommen werden. Denken Sie auch daran, dass schon einzelne Ausflüge oder Wochenendaufenthalte in den Bergen zur Frequenzerhebung genutzt werden können! Melden Sie sich bei uns, wir schicken Ihnen gerne die Karten dafür zu (atlas@birdlife.at).

Größere Lücken bestehen derzeit noch im Toten Gebirge, in der Obersteiermark und den NÖ Kalkalpen, den Bergregionen Ober- und Unterkärntens, den Niederen Tauern, stellenweise im Tiroler Unterland sowie im Montafon, Verwall und Klostertal. In den Niederungen gibt es nur noch vereinzelt größere Lücken, z. B. im Mostviertel oder im Innviertel. In dieser Karte können Sie einerseits die Vergabe der Quadranten, andererseits den Stand der bisher bei uns eingelangten Frequenzerhebungen sehen (Datenstand: Februar 2016; in den letzten Wochen eingegebene Daten sind hier noch nicht berücksichtigt).

Wir helfen gerne bei allen Fragen dazu oder wenn eine Verschiebung der vorausgewählten Sextanten notwendig ist!

Ihr Atlas-Team

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Mittwoch, 6. April 2016
Zwei Millionen Beobachtungen auf ornitho.at!

Es geht weiter steil bergauf: unser Portal umfasst seit kurzem zwei Millionen Datensätze! Diese beachtliche Datenmenge wurde in den letzten drei Jahren von inzwischen fast 3.000 auf ornitho.at registrierten BeobachterInnen eingegeben. Wir freuen uns sehr über diesen Zuspruch und möchten uns ganz herzlich für Ihre Mitarbeit bedanken! Ebenfalls bedanken möchten wir uns bei Gaëtan Delaloye und seinem Team von Biolovision, die diese Seite mit größter Sorgfalt betreuen und weiterentwickeln. Besonders danken wir auch unseren 50 RegionalkoordinatorInnen, die in ehrenamtlicher Arbeit diese riesige Datenmenge laufend überblicken und auf fachliche Plausibilität prüfen.

Uns allen wünschen wir weiterhin viel Freude beim Benützen von ornitho.at!

Ihr ornitho.at-Team

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Mittwoch, 30. März 2016
Brutvogelatlas: Standvögel und Kurzstreckenzieher haben jetzt Hochsaison

Während die Balz der Spechte und Eulen derzeit voll im Gang ist, singen nun auch schon etliche "frühe" Singvogelarten. Meisen, Kleiber oder Baumläufer grenzen bereits deutlich ihre Reviere ab. Vorsicht geboten ist jedoch bei einigen Arten die auch auf dem Zug singen: Vor allem Erlenzeisig und Rotkehlchen sind schon häufig zu hören, sollten derzeit aber keinesfalls mit Atlascode gemeldet werden, da sie noch bis Anfang April ziehen. Dasselbe gilt für fast alle Wasservogelarten, die mit den warmen Temperaturen auffälliges Balzverhalten zeigen, jedoch noch nicht im Brutgebiet sind. Details dazu finden Sie in der Brutzeit-Tabelle.

Blutspecht

Auffällig in den bisherigen Verbreitungskarten ist eine Vorkommenslücke beim Blutspecht in Teilen des Weinviertels. Wir nehmen an, dass die Art dort in geringer Dichte vorkommt, aber im Atlaszeitraum noch nicht nachgewiesen wurde. Wenn Sie in dieser Gegend, aber auch in anderen potentiellen Blutspechtgebieten Ostösterreichs unterwegs sind, dann bitte halten Sie Ausschau nach Blutspechten! Diese kommen im Siedlungsgebiet vor, und zwar besonders dort, wo es Gärten mit einzelnen alten Obstbäumen oder sogar noch alte Obstgärten gibt. Die Art kann recht unauffällig sein – achten Sie auf die charakteristischen Rufe und die Gefiedermerkmale, die ihn vom Buntspecht unterscheiden (u. a. fehlender Strich an der Kopfseite, überwiegend dunkle Schwanzaußenkanten, blasseres Rot auf den Unterschwanzdecken usw.).

Haselhuhngesang

Wie bei den meisten Hühnervögeln ist auch das bisherige Verbreitungsbild des Haselhuhns noch sehr lückig. Jetzt im zeitigen Frühjahr ist die Chance am größten, am Morgen die singenden Männchen zu hören. Haselhühner besiedeln den gesamten Alpenraum und die höheren Lagen des Mühl- und Waldviertels und sind am ehesten in aufgelockerten Waldbereichen mit Nadelbäumen und Pioniergehölzen wie Erlen und Birken zu finden. Gerne halten sich Haselhühner in der Nähe von Bachläufen mit laubholzreicher Begleitvegetation auf.

Und schließlich wollen wir Ihnen für Ihre Mitarbeit herzlich danken – der Aufruf vor wenigen Wochen hat schon Wirkung gezeigt und es konnten etliche neue Nachweispunkte für Spechte, Eulen, Fichtenkreuzschnabel und Kolkrabe erbracht werden! Siehe die Vergleichskarten unter http://www.ornitho.at/index.php?m_id=1329&action=allCompare  

Ihr Atlas-Team

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Dienstag, 23. Februar 2016
Beginn der Atlassaison 2016: Jetzt Spechte, Eulen und Co. nachweisen!

Beginn der Atlassaison 2016: Jetzt Spechte, Eulen und Kreuzschnabel nachweisen und Brutnachweise vom Kolkraben erbringen!

Liebe Atlaskartiererin, lieber Atlaskartierer!

Mit Beginn des Spätwinters  – und auf Grund der sehr milden Witterung heuer noch früher als sonst –  ist nun eine günstige Erfassungszeit für einige Vogelarten, die später im Jahr nur schwer nachzuweisen sind. Die heimischen Eulen und Spechte sind jetzt recht auffällig; Fichtenkreuzschnabel und Kolkrabe sind sogar schon mitten im Brutgeschäft. Daher möchten wir Sie daran erinnern, auf diese Arten besonders zu achten und Nachweise mit einem Atlascode zu melden.

Fast alle Spechtarten zeigen schon jetzt Balzrufe oder machen mit Trommeln auf sich aufmerksam, was ebenfalls dem Atlascode "S" entspricht. Abgesehen vom Wendehals sind alle heimischen Spechte Standvögel und können jetzt schon im Brutrevier angetroffen werden. Unter den Eulen kann ab Februar besonders mit der Balz von Uhu und Waldkauz, und etwa ab Anfang März auch mit Raufußkauz, Sperlingskauz und Waldohreule gerechnet werden. Zum Nachweis ("verhorchen") eignen sich exponierte Stellen, die möglichst frei von akustischen Störquellen (z.B. Straßenlärm, Fließgewässer) sein sollten. Der Aufruf zur Erfassung im letzten Jahr erbrachte etliche neue Nachweise, doch noch immer sind besonders die Bergwaldeulen Sperlingskauz und Raufußkauz vor allem im Alpenraum schlecht erfasst – jeder Nachweis dieser Arten ist wichtig! Nutzen Sie Aufenthalte in den Bergen, z. B.bei einem Skiurlaub, zu einer kurzen abendlichen Suche nach Eulen.

Der Fichtenkreuzschnabel beginnt seine Brut schon im Hochwinter. Er ernährt sich von Fichtensamen, die zur Zeit in hohem Ausmaß verfügbar sind. Jetzt können neben singenden Vögeln auch schon Brutnachweise erbracht werden – z.B. durch fütternde Altvögel oder frisch (!) ausgeflogene Jungvögel. Nester sind in der Regel hoch in Nadelbäumen und leider nicht leicht zu entdecken.

Kolkraben sind ebenfalls jetzt schon mit dem Bau ihrer Nester beschäftigt – Nistmaterial-tragende oder bauende Kolkraben sind eine gute Möglichkeit, später im Jahr dann Brutnachweise zu erbringen. Das Verbreitungsbild des Kolkraben sieht zwar schon recht vollständig aus, hinsichtlich der Brutnachweise besteht aber noch Ergänzungsbedarf.

Hinweise zur Erfassung von Eulen:

Besonders aktiv sind Eulen bei windstillem, klarem Wetter – vor allem in den Tagen um Vollmond. Die "frühesten" Eulen beginnen mit ihrer Balz etwa eine halbe Stunde vor dem Einbruch der Dunkelheit:

  • Sperlingskauz und Uhu sollten vor allem in der Dämmerung, also von Sonnenuntergang bis zur Dunkelheit, gesucht werden. Danach nimmt ihre Gesangsaktivität stark ab.
  • Waldkauz, Waldohreule und Raufußkauz singen ab Einbruch der Dunkelheit.
  • Bei der Waldohreule muss beachtet werden, dass sie durch die verhältnismäßig leisen Rufe nicht so weit wahrgenommen werden kann wie andere Arten. Auffälliger sind erst die lauten Bettelrufe der Jungeulen ab dem Spätfrühling.
    Noch bestehende Schlafgemeinschaften von Waldohreulen dürfen keinen Brutcode erhalten, sie geben aber evt. Hinweise auf Brutvorkommen in der Umgebung.
  • Der Raufußkauz singt in der Regel vom Neststandort aus. Daher sollten Feststellungen so genau wie möglich verortet werden, um später gegebenenfalls einen Brutnachweis erbringen zu können. Ein Verhorchen von mehreren Punkten aus kann hier sehr hilfreich sein, um das Revierzentrum einzugrenzen.

Der Einsatz von Tonbandaufnahmen ("Klangattrappen") sollte vermieden oder auf das Notwendigste beschränkt werden. In der Regel reichen einige vorgespielte Balzrufe, um eine Antwort des Revierinhabers herauszufordern. Keinesfalls soll weiter gelockt werden, wenn bereits ein Rufnachweis erbracht wurde.

Mit der Funktion Vergleichskarten in ornitho können Sie den Kartierungsfortschritt des heurigen Jahres verfolgen.

Ihr Atlas-Team

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Montag, 22. Februar 2016
AFK neu beurteilte Fälle - Sitzung Februar 2016

Liebe VogelkundlerInnen,

Am 14. Februar 2016 fand die jüngste Sitzung der AFK in der Vogelsammlung/NHMW statt. Zum überwiegenden Teil wurden Beobachtungen aus dem Jahr 2015 bearbeitet. Die Ergebnisse finden sich ab sofort online auf der Homepage der AFK unter http://www.birdlife-afk.at/. Nur hier gibt es einen vollständigen Überblick zu den bisher bearbeiteten Fällen.

Unter den vielen bemerkenswerten Beobachtungen finden sich auch zwei neue, nun bestätigte Artnachweise für Österreich: Amerikanischer Goldregenpfeifer (NÖ) und – lang erwartet – der Wüstensteinschmätzer (Tirol)! Mehr dazu auf der Homepage! Wir bedanken uns wieder für die zahlreichen Zusendungen und das vielseitige Bemühen um die gewissenhafte Dokumentation zum Auftreten seltener Arten in Österreich. Allerdings dürfen wir einmal mehr daran erinnern, dass allfällige Belegfotos immer zusammen mit einem Beobachtungsprotokoll eingereicht werden sollen. Auch sollte bei einer Fotodokumentation nicht automatisch auf eine Beschreibung verzichtet werden, da entscheidende Details für eine sichere Bestimmung nicht immer auf Fotos ausgemacht werden können. Darüber hinaus sollte auf Abkürzungen, die nicht wirklich allgemein verständlich sind verzichtet werden, z.B. bei den Namen von MitbeobachterInnen. Angesichts des erfreulich steigenden Volumens von Protokollen zu Seltenheiten, stellt das Nachrecherchieren von anderenorts abgelegten Bildbelegen oder unverständlichen Formulierungen einen Zusatzaufwand bei der Nachprüfung dar, der vermeidbar wäre.

In diesem Zusammenhang soll angeführt werden, dass sich der Aufwand für die FeldbeobachterInnen ein wenig vermindert. Der Raufussbussard wird generell von der AFK-pflichtigen Dokumentation ab 1.7.2016 ausgenommen (unabhängig von bundesländerspezifischen Empfehlungen). Die Zwergscharbe ist ab 1.7.2016 nur mehr abseits des Burgenlands und der Steierischen Bezirke Feldbach, Radkersburg, Leibnitz, Hartberg-Fürstenfeld, Graz, Graz Umgebung mit Protokoll zu melden. Bei beiden Arten lässt das dokumentierte Muster des Auftretens diese Streichungen zu. Für zumindest zwei weitere Vogelarten wird eine Herausnahme angedacht. Bei der Dateneingabe auf ornitho.at ersuchen wir für die oben genannten Arten dennoch weiterhin zumindest zwei diagnostische Merkmale anzugeben, um den RegionalkoordinatorInnen eine ausreichende Beurteilungsgrundlage bei der Datenevaluierung mitzugeben. Vielen Dank!

Mit besten Grüßen

Hans-Martin Berg

(Vorsitz AFK)

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Dienstag, 26. Januar 2016
Vergabe von Atlascodes: Zurückhaltung vor Beginn der Brutzeit

Durch den derzeit milden Winter können bei einer Reihe von Arten schon Gesang oder Balz beobachtet werden, z. B. bei Spechten oder Meisen. Bei der Vergabe von Atlascodes, sollte man zu dieser Jahreszeit aber noch zurückhaltend sein. Besonders die Codes "H" und "S" weisen beide darauf hin, dass die betreffende Art "…zur Brutzeit in einem geeigneten Bruthabitat…" festgestellt werden muss. Für die österreichischen Brutvögel liegt dazu eine Übersicht mit Richtwerten vor. Bei der Meldung einer Art innerhalb dieser Brutzeiträume werden Sie von ornitho.at aufgefordert, einen Atlascode anzugeben. Außerhalb dieser Zeiten beachten Sie bitte folgende Vorgaben:

  • Vor dem jeweils angeführten Brutzeitraum ist die Angabe des Atlascodes "H" für keine Art erwünscht. Wenn eine Art (v.a. Standvögel/Teilzieher) – z. B. als Folge eines milden Spätwinters – vor dem Beginn der angeführten Brutzeit bereits Reviergesang erkennen lässt, kann hier schon ein "S" vergeben werden.
  • Das gilt nicht für eine Reihe von ziehenden Arten, die auf dem Zug singen. Hier darf vor Beginn der angeführten Brutzeit kein "S" vergeben werden (Arten s. Brutzeit-Tabelle).
  • Offensichtlich durchziehende oder rastende Vögel erhalten generell keinen Atlascode.
  • Gesang im Hochwinter soll nicht mit "S" codiert werden.
  • Für etliche Wasservogelarten darf bis zum Beginn der angeführten Brutzeit kein Code "H", "S", "P" und "D" vergeben werden (Arten s. Brutzeit-Tabelle).
  • "Höherwertiges" brutverdächtiges Verhalten vor der angeführten Brutzeit (s. Brutzeit-Tabelle) sollte aber mit einem Atlascode gemeldet werden.
  • Bei singenden/balzenden Arten, die keinen Atlascode bekommen, kann im Bemerkungsfeld "Gesang" oder "Balz" eingetragen werden.

Ihr ornitho.at-Team

aufgegeben von Benjamin Seaman
 
Dienstag, 12. Januar 2016
Aufruf: Internat. Erfassung des Geschlechterverhältnisses der Tafelente im Jänner 2016

Die Tafelente ist nach wie vor eine häufige Wasservogelart in Europa. Doch sowohl die mitteleuropäische als auch die nordwesteuropäische Population zeigen Bestandsrückgänge. Mögliche Gründe könnten ein geringer Bruterfolg oder eine niedrige Überlebensrate sein. Um die Kenntnisse über die Populationsstruktur der Tafelente in Europa zu verbessern, führt die Wetlands International Duck Specialist Group im Januar 2016 eine Erfassung des Geschlechterverhältnisses durch.

Es ist mittlerweile gut dokumentiert, dass im Norden des Überwinterungsgebietes die Männchen deutlich überwiegen. Es wird angenommen, dass diese robuster und den Weibchen in Bezug auf die Nahrungssuche überlegen sind und deshalb weiter nördlich und damit näher am Brutgebiet überwintern können. Obwohl beim Schlupf das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen ist, ist das Verhältnis auf Populationsebene zugunsten der Männchen verschoben. Als Ursachen werden die weitere Zugstrecke der Weibchen und die höhere Prädationsrate während der Brutzeit angenommen.

Die Erfassung erfolgt idealerweise am Wochenende der Internationalen Wasservogelzählung am 16./17. Januar oder an den umliegenden Tagen. Die Meldung der Beobachtungen sollte möglichst via ornitho.at erfolgen, so dass die Daten zeitnah für die Auswertung zur Verfügung stehen.


Hinweise zur Datenerfassung

Bitte beachten Sie bei der Datenerhebung Folgendes:

  • Im Idealfall werden alle Tafelenten auf einem Gewässer oder einem Zählgebiet der Wasservogelzählung nach ihrem Geschlecht differenziert. Bei kleineren Gewässern, übersichtlichen Zählgebieten oder geringen Truppgrößen ist das gut möglich.
  • Bei großen Trupps, großen oder unübersichtlichen Gewässern ist es oft nur möglich, einen Teil der Individuen nach Geschlechtern zu differenzieren. Diese Stichproben sind ebenfalls sehr wertvoll!
    Wichtig ist dann:
    • Zählen Sie zuerst die Gesamtzahl anwesender Tafelenten.
    • Differenzieren Sie dann soweit möglich nach Weibchen und Männchen und notieren das Ergebnis. Das ist ihre Stichprobe, die Sie später melden.
    • Bei sehr großen Trupps zählen Sie am besten mehrere Stichproben von z.B. 100 Individuen aus, am besten aus unterschiedlichen Teilen des Trupps, da die Geschlechterverhältnisse meist nicht homogen verteilt sind. Notieren Sie jeweils die Anzahl Weibchen und Männchen je Stichprobe. Addieren Sie die Anzahlen am Ende für alle so erhobenen Stichproben und melden diese neben der Gesamtanzahl.
  • Wichtig: Geben Sie immer tatsächliche Anzahlen an, keine Prozentwerte!
     

Hinweise zur Datenmeldung

Bitte beachten Sie folgendes bei der Dateneingabe über ornitho.at:

  • Viele Gewässer sind mit Gebietsnamen versehen (gelbe Punkte). Bitte erfassen und melden Sie die Daten möglichst für diese insgesamt. Das erleichtert die spätere Auswertung (Ausschluss von Doppelerfassungen).
  • Geben Sie unter "Anzahl" bitte die Anzahl insgesamt anwesender Tafelenten ein.
  • Die Angaben zum Geschlecht geben Sie bitte unter "Optionale Angaben" an (und bitte NICHT in den Bemerkungen). Bitte beachten Sie: Zunächst ist aus Platzgründen nur eine Zeile zur Eingabe des Geschlechts sichtbar. Eine neue Zeile erhalten Sie über "weitere Detailangaben anfügen".
  • Unter den Bemerkungen können Sie z.B. die Methode vermerken, etwa "Stichprobe 6x100 Ind."

Bei der Eingabe über die App NaturaList:

  • Bitte melden Sie die Daten nicht in Kleingruppen, sondern möglichst für das gesamte Gewässer oder einen sinnvollen Teilbereich (diese sind meist ebenfalls durch einen gelben Gebietsnamen markiert).
  • Prüfen Sie bitte nach der Übertragung auf ornitho.at die Zuordnung zu den Ortsbezeichnungen und korrigieren diese ggf. manuell: Strg (bzw. Apfel bei Mac) + Klick auf die korrekte Ortsbezeichnung (idealerweise der Gebietspunkt für das Gewässer).

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Ihr ornitho.at - Team

 

Weitere Informationen:

http://www.ducksg.org/2015/10/globally-threatened-species/common-pochard-uplisted-to-vulnerable/

aufgegeben von Benjamin Seaman
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