Die Krickente brütet an störungsfreien seichten Stillgewässern mit dicher, Deckung bietender Ufervegetation. Man findet sie z. B. an naturnahen, oft verschilften, Uferbereichen und Kleingewässern in Moorkomplexen, wobei sie weder hinsichtlich der Gewässergröße noch hinsichtlich der Nährstoffsituation des Gewässers besondere Ansprüche zeigt. In Österreich tritt sie heute aber nur mehr an wenigen Gewässern als Brutvogel auf, was mit der generellen Ausdünnung der Bestände am Südrand des Verbreitungsgebiets zu tun hat. Zur Zugzeit und im Winter sucht die Art vorzugsweise im Flachwasser stehender Gewässer mit Schlick- und Schlammflächen nach Nahrung. Verlandungszonen, Lacken und wassergefüllte Sutten können bei entsprechendem Nahrungsangebot auch große Scharen an Krickenten beherbergen und sind als „Tankstellen“ am Zugweg von hoher Bedeutung.
Die tag- und nachtaktive Krickente zeigt ein eher scheues und zurückhaltendes Verhalten. Sie ist häufig in kleinen Gruppen oder Paaren anzutreffen und bevorzugt dicht bewachsene Uferzonen, wo sie sich leicht verstecken und als Gründelente gut nach Nahrung suchen kann. Im Gegensatz zu vielen anderen Entenarten, bleibt sie oft ruhig und bewegt sich vorsichtig, um nicht aufzufallen. Bei Gefahr flüchtet sie schnell, wobei sie rasch aufsteigt und in Zickzacklinien davonfliegt. Deshalb gilt sie auch als ausgesprochen wendig. Am Zug können sich mehrere hunderte Krickenten zu großen Trupps zusammentun.
Um die Krickente zu unterstützen, müssen ihre verbliebenen Lebensräume erhalten und vor menschlichen Störungen geschützt werden. Die Bewahrung und Wiederherstellung bzw. Renaturierung von Feuchtgebieten – nicht nur als Brutplätze, sondern auch als Rastplätze – hat oberste Priorität. Insbesondere die international bedeutenden Rastgewässer sind auch für den Erhalt der europäischen Krickentenpopulation relevant.
Foto: M. Dvorak
Zeitraum:
Mittwoch, 1. Januar 2025 bis Mittwoch, 31. Dezember 2025